Personendaten
| Name: | Dr. phil. Ernst Moritz Arndt |
| Geboren: | 26.12.1769 |
| in: | Schoritz auf Rügen (Provinz Pommern) |
| Gestorben: | 29.1.1860 |
| in: | Bonn (Provinz Rheinland) |
| Religion: | ev. |
| Geburt: | legitim |
| Familienstand: | |
| Militärdienst: | |
| Name des Vaters: | |
| Vaterberuf: |
Ausbildung
| Lfd. Nr. | Zeit | Ausbildung | Ort |
|---|---|---|---|
| 1 | 1775-87 | Privatunterricht im elterlichen Hause | Dumsewitz |
| 2 | 1775-87 | Privatunterricht im elterlichen Hause | Grabitz |
| 3 | 1787-89 | Lateinschule | Stralsund |
| 4 | 1791-94 | Studium Evangelische Theologie, Philosophie, Geschichte, Klassische Philologie und Naturwissenschaften | Greifswald |
| 5 | 1791-94 | Studium Evangelische Theologie, Philosophie, Geschichte, Klassische Philologie und Naturwissenschaften | Jena |
| 6 | 1800 | Dr. phil. | Greifswald |
Frankfurter Nationalversammlung 1848 / 49
| Zeitraum: | 18. Mai 1848-20. Mai 1849 |
| Wahlkreis: | 28. Provinz Rheinland (Solingen) |
| wählte Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser der Deutschen; | |
| lfd. Nr. | Fraktion | Funktion | Vorgänger | Nachfolger |
|---|---|---|---|---|
| 1 | fraktionslos (stimmte mit dem Rechten Centrum) |
| lfd. Nr. | Zeit | Ausschuss |
|---|---|---|
| 1 | 29. Mai 1848 | Ausschuß für völkerrechtliche und internationale Fragen |
| 2 | 30. März 1849-3. Apr. 1849 | Kaiserdeputation |
Werdegang und politische Karriere
| 1794-96 Repetent in Löbnitz; |
| 1796-98 Privatlehrer und Predigerkandidat im Hause des Pastors Kosegarten in Altenkirchen auf Rügen; |
| 1898-99 achtzehnmonatige Bildungsreise durch Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Frankreich und Belgien; |
| seit 1800 politischer, historischer und belletristischer Schriftsteller; |
| 1800-05 Privatdozent für Geschichte und Philosophie sowie Adjunkt der Philosophischen Fakultät in Greifswald; |
| 1803-04 einjährige Reise durch Schweden; |
| 1805-06 a.o. Professor der Geschichte und Philosophie in Greifswald (1808 förmliche Entlassung aus dem Lehramt durch die französischen Besatzungstruppen, 1810 Wiedereinsetzung durch die schwedische Regierung); |
| 1806 auch Mitarbeiter für die schwedischen Angelegenheiten bei der Regierungskanzlei in Stralsund; |
| 1806 Flucht nach Schweden (vor den herannahenden französischen Truppen); |
| 1806-09 Mitarbeiter der schwedischen Gesetzgebungskommission für Pommern, Publizist und Übersetzer politischer Flugschriften in der schwedischen Staatskanzlei in Stockholm; |
| 1808 auch Herausgeber und Redakteur der amtlichen Monatszeitschrift für die deutschen Gebiete Schwedens "Nordischer Kontrolleur" in Stockholm; |
| 1809 Rückkehr nach Pommern; |
| 1809-10 in Berlin (Gast im Hause des Verlegers und Buchhändlers Reimer); |
| 1810-11 a.o. Professor der Geschichte und Philosophie in Greifswald (Herbst 1811 Entlassung aus dem Lehramt auf eigenen Wunsch); |
| seit Herbst 1811 politischer Publizist (Kriegsschriftsteller), zunächst in Trantow, Jan. 1812 in Berlin und Breslau, später in Prag; |
| seit Frühjahr 1812 Mitarbeiter (Privatsekretär) im Büro des Freiherrn vom Stein in Petersburg (Tätigkeit beim Aufbau der deutschen Legion in Russland und Verfasser von patriotischen Flug- und Propagandaschriften), seit Jan. 1813 in Königsberg, dann in Kalisch und Breslau, seit Apr. 1813 Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein im Zentralverwaltungsrat für die besetzten Gebiete, zunächst in Dresden (dort auch Mitarbeiter des "Preußischen Correpondenten", Berlin), dann in Berlin und Pommern, seit Juni 1813 beim Hauptquartier der alliierten Truppen in Reichenbach, seit Okt. 1813 in Leipzig; |
| Jan.-Sommer 1814 Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein im Zentralverwaltungsdepartement in Frankfurt am Main (u. a. publizistische Tätigkeit im Generalkommissariat für die deutschen Bewaffnungsangelegenheiten; |
| nach Auflösung der Zentralverwaltung Fortzahlung eines Gehalts durch den preußischen Staat), 1814 auch Mitarbeiter des "Neuen Bürgerblatts" (Frankfurt am Main); |
| Sommer-Herbst 1814 Reise durch das Rheinland, Baden und das Elsaß; |
| Herbst 1814 in Wien; |
| Okt. 1814-März 1815 in Berlin, u. a. Redakteur des "Tageblatts der Geschichte" (Berlin); |
| seit März 1815 in Aachen, dann in Köln, 1815-16 Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift "Der Wächter" (Köln); |
| 1815-16 Reise durch Pommern, Schleswig-Holstein und Dänemark; |
| seit Herbst 1816 im Rheinland, seit Herbst 1817 in Bonn; |
| 1818-20 o. Professor der Geschichte in Bonn (1820 Amtssuspendierung); |
| 1820-40 Privatgelehrter und freier Schriftsteller in Bonn; |
| 1840-54 o. Professor der Geschichte in Bonn; |
| 1841 auch Rektor der Universität Bonn; |
| seit 1854 Ruhestand in Bonn; |
| Verfasser zahlreicher politischer, historischer und belletristischer Schriften sowie mehrerer Gedichtssammlungen (u. a. "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen", Berlin 1803; "Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze", Leipzig 1813). |
| Seit 1815 Berlinische Gesellschaft für Deutsche Sprache (Ehrenmitglied); |
| -60 Evangelischer Kirchenvorstand in Bonn; |
| 1819 Untersuchungsverfahren wegen demagogischer Umtriebe (u. a. eintägige Verhaftung und Konfiszierung von Manuskripten und Briefen); |
| seit 1820 Spezialuntersuchung durch die preußische Ministerialkommission zur Untersuchung revolutionärer Umtriebe (auf Antrag der Bundeszentralkommission in Mainz); |
Kein MdR
Kein MdL
Lebenslauf
| Arndt, Ernst Moritz; Geburtsjahr: 1769; Geburtsort: Schoritz auf Rügen (Provinz Pommern); Sterbejahr: 1860; Sterbeort: Bonn (Provinz Rheinland); Vaterberuf: Gutsinspektor und Gutspächter; Ehestand: verh. (1. 1801; 2. 1817); Religion: ev. Ausbildung 1775-87 Privatunterricht im elterlichen Hause in Dumsewitz und Grabitz; 1787-89 Lateinschule in Strals- und; 1791-94 Studium Evangelische Theologie, Philosophie, Geschichte, Klassische Philologie und Naturwissenschaften in Greifswald und Jena; 1800 Dr. phil. Greifswald. Beruflicher Werdegang: 1794-96 Repetent in Löbnitz; 1796-98 Privatlehrer und Predigerkandidat im Hause des Pastors Kosegarten in Altenkirchen auf Rügen; 1898-99 achtzehnmonatige Bildungsreise durch Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Frankreich und Belgien; seit 1800 politischer, historischer und belletristischer Schriftsteller; 1800-05 Privatdozent für Geschichte und Philosophie sowie Adjunkt der Philosophischen Fakultät in Greifswald; 1803-04 einjährige Reise durch Schweden; 1805-06 a.o. Professor der Geschichte und Philosophie in Greifswald (1808 förmliche Entlassung aus dem Lehramt durch die französischen Besatzungstruppen, 1810 Wiedereinsetzung durch die schwedische Regierung); 1806 auch Mitarbeiter für die schwedischen Angelegenheiten bei der Regierungskanzlei in Stralsund; 1806 Flucht nach Schweden (vor den herannahenden französischen Truppen); 1806-09 Mitarbeiter der schwedischen Gesetzgebungskommission für Pommern, Publizist und Übersetzer politischer Flugschriften in der schwedischen Staatskanzlei in Stockholm; 1808 auch Herausgeber und Redakteur der amtlichen Monatszeitschrift für die deutschen Gebiete Schwedens "Nordischer Kontrolleur" in Stockholm; 1809 Rückkehr nach Pommern; 1809-10 in Berlin (Gast im Hause des Verlegers und Buchhändlers Reimer); 1810-11 a.o. Professor der Geschichte und Philosophie in Greifswald (Herbst 1811 Entlassung aus dem Lehramt auf eigenen Wunsch); seit Herbst 1811 politischer Publizist (Kriegsschriftsteller), zunächst in Trantow, Jan. 1812 in Berlin und Breslau, später in Prag; seit Frühjahr 1812 Mitarbeiter (Privatsekretär) im Büro des Freiherrn vom Stein in Petersburg (Tätigkeit beim Aufbau der deutschen Legion in Russland und Verfasser von patriotischen Flug- und Propagandaschriften), seit Jan. 1813 in Königsberg, dann in Kalisch und Breslau, seit Apr. 1813 Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein im Zentralverwaltungsrat für die besetzten Gebiete, zunächst in Dresden (dort auch Mitarbeiter des "Preußischen Correpondenten", Berlin), dann in Berlin und Pommern, seit Juni 1813 beim Hauptquartier der alliierten Truppen in Reichenbach, seit Okt. 1813 in Leipzig; Jan.-Sommer 1814 Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein im Zentralverwaltungsdepartement in Frankfurt am Main (u. a. publizistische Tätigkeit im Generalkommissariat für die deutschen Bewaffnungsangelegenheiten; nach Auflösung der Zentralverwaltung Fortzahlung eines Gehalts durch den preußischen Staat), 1814 auch Mitarbeiter des "Neuen Bürgerblatts" (Frankfurt am Main); Sommer-Herbst 1814 Reise durch das Rheinland, Baden und das Elsaß; Herbst 1814 in Wien; Okt. 1814-März 1815 in Berlin, u. a. Redakteur des "Tageblatts der Geschichte" (Berlin); seit März 1815 in Aachen, dann in Köln, 1815-16 Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift "Der Wächter" (Köln); 1815-16 Reise durch Pommern, Schleswig-Holstein und Dänemark; seit Herbst 1816 im Rheinland, seit Herbst 1817 in Bonn; 1818-20 o. Professor der Geschichte in Bonn (1820 Amtssuspendierung); 1820-40 Privatgelehrter und freier Schriftsteller in Bonn; 1840-54 o. Professor der Geschichte in Bonn; 1841 auch Rektor der Universität Bonn; seit 1854 Ruhestand in Bonn; Verfasser zahlreicher politischer, historischer und belletristischer Schriften sowie mehrerer Gedichtssammlungen (u. a. "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen", Berlin 1803; "Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze", Leipzig 1813). Politische Entwicklung: Seit 1815 Berlinische Gesellschaft für Deutsche Sprache (Ehrenmitglied); <1818>-60 Evangelischer Kirchenvorstand in Bonn; 1819 Untersuchungsverfahren wegen demagogischer Umtriebe (u. a. eintägige Verhaftung und Konfiszierung von Manuskripten und Briefen), seit 1820 Spezialuntersuchung durch die preußische Ministerialkommission zur Untersuchung revolutionärer Umtriebe (auf Antrag der Bundeszentralkommission in Mainz), Amtssuspendierung, 1821 Anklage wegen Zugehörigkeit zu geheimen Gesellschaften und Teilnahme an revolutionären Umtrieben, 1823 Einstellung des Verfahrens, aber Aufrechterhaltung der Amtssuspendierung bei Fortzahlung des vollen Gehalts, 1840 Wiedereinsetzung in die Professur; 1858 Strafverfahren vor dem Schwurgericht in Zweibrücken wegen angeblicher Beleidigung des Generals Wrede und des bayerischen Militärs in der Schrift "Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfreiherrn von Stein" (Leipzig 1858), Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe (in Abwesenheit). MdFN 18. Mai 1848-20. Mai 1849, 28. Provinz Rheinland (Solingen), -> fraktionslos (stimmte mit dem Rechten Centrum); wählte Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser der Deutschen. 29. Mai 1848 Ausschuß für völkerrechtliche und internationale Fragen; 30. März 1849-3. Apr. 1849 Kaiserdeputation. Publikationen: Verfasser zahlreicher politischer, historischer und belletristischer Schriften sowie mehrerer Gedichtssammlungen (u. a. "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen", Berlin 1803; "Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze", Leipzig 1813). Verfasser einer Autobiographie: "Erinnerungen aus dem äußeren Leben", Leipzig 1840 Quellen: BAF III C 13; ADB, BLDG, Biographische Umrisse, DBI, Kosch, Mollat, NDB. Pommersche Lebensbilder. |
