FNV

Personendaten

Zur Person
Name: Dr. h.c., Dr. iur. h.c., Dr. theol. Johann Joseph Ignaz Döllinger
Geboren: 28.2.1799
in: Bamberg (Oberfranken)
Gestorben: 10.1.1890
in: München (Oberbayern)
Religion: kath. (1871 exkommuniziert)
Geburt: legitim
Familienstand:
Militärdienst:
Name des Vaters:
Vaterberuf:

Ausbildung

Ausbildungsgang
Lfd. Nr. Zeit Ausbildung Ort
1 1816-20 Studium Philosophie, Philologie, Geschichte, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaft und Katholische Theologie Würzburg
2 1820-22 Studium Katholische Theologie am Priesterseminar Bamberg
3 1822 Priesterweihe Würzburg
4 1826 Dr. theol. Landshut
5 1871 Dr. iur. h.c. Oxford
6 1871 Dr. iur. h.c. Marburg
7 1871 Dr. h.c. Wien
8 1871 Dr. h.c. Edinburgh

Frankfurter Nationalversammlung 1848 / 49

Mitglied der FRANKFURTER NATIONALVERSAMMLUNG
Zeitraum: 18. Mai 1848-17. Mai 1849
Wahlkreis: 4. Niederbayern (Landau a.d. Isar)
gegen die Wahl Friedrich Wilhelms IV. zum Kaiser der Deutschen;

Fraktionen
lfd. Nr. Fraktion Funktion Vorgänger Nachfolger
1 Cafe Milani
Keine Angaben zu Mitarbeit in Ausschüssen

Werdegang und politische Karriere

Berufliche Etappen
1822-23 Kaplan in Marktscheinfeld;
1823-26 Professor des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte am Lyzeum in Aschaffenburg;
1826-27 a.o. Professor, 1827-47 o. Professor des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte (seit 1838 auch der Religionsphilosophie),
später auch Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek in München (1847 Quieszierung; 1850 Wiedereinsetzung);
1845 auch Rektor der Universität München;
1836 Reise nach England, 1839 Reise durch die Niederlande, Belgien und Frankreich;
1839-47 auch Kanonikus, 1847-90 infulierter Propst am Hofkollegiatstift St. Cajetan in München;
1850-90 o. Professor des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte in München (1871 Einstellung der theologischen, 1872 Einstellung sämtlicher Vorlesungen);
1871-72 auch Rektor der Universität München;
1851 Reise nach England und Frankreich, 1857 Reise nach Rom;
1873-90 Generalkonservator (Leiter der wissenschaftlichen Sammlungen des bayerischen Staats) in München;
seit den 1820er Jahren auch Mitarbeiter verschiedener Zeitungen und Zeitschriften, u. a. der "Augsburger Allgemeinen Zeitung", 1828-32 Mitarbeiter der "Eos. Münchener Blätter für Poesie, Literatur und Kunst", seit 1838 Mitgründer und Mitarbeiter der "Historisch-Politischen Blätter für das katholische Deutschland" (München) sowie 1842-43 Mitarbeiter des "Archivs für theologische Literatur" (München);
Verfasser zahlreicher theologischer und kirchenhistorischer Schriften (u. a. "Über die gemischten Ehen", Regensburg 1831; "Kirche und Kirchen, Papstum und Kirchenstaat", München 1861).
Politische Entwicklung
Seit den 1820er Jahren Görreskreis in München;
seit 1832 Defensor matrimonii beim kirchlichen Ehegericht (bis Anfang der 1860er Jahre);
1837-90 Bayerische Akademie der Wissenschaften in München (außerordentliches, seit 1843 ordentliches Mitglied;
1873-90 Präsident;
seit 1860 Sekretär der Historischen Klasse;
seit 1863 ordentliches Mitglied der Historischen Kommission);
vor 1848 Bonifaziusverein (Mitgründer);
vor 1848 Mitgründer mehrerer katholischer Vereine;
1847 Quieszierung vom Lehramt wegen seiner offenen Gegnerschaft zum bayerischen König in der Lola-Montez-Affäre;
Juni- Dez. 1848 Katholischer Club in Frankfurt am Main;
Okt. 1848 Generalversammlung des Katholischen Vereins Deutschlands in Mainz;
seit Okt. 1848 Katholischer Verein Deutschlands;
Okt.-Nov. 1848 Katholische Bischofskonferenz in Würzburg;
Okt. 1849 Generalversammlung des Katholischen Vereins Deutschlands in Regensburg;
1850 Katholikentag in Linz;
1850 Katholische Bischofskonferenz in Freising;
1863 Katholische Gelehrtenversammlung in München (Organisator);
seit 1870 Akademie der Wissenschaften in Wien (Ehrenmitglied der Historischen Klasse);
1871 Exkommunikation aus der katholischen Kirche wegen der Nichtanerkennung des auf dem 1. Vatikanischen Konzil verkündeten Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit;
1871 Pfingsttreffen der gegen die Beschlüsse des 1. Vatikanischen Konzils opponierenden katholischen Theologen;
seit 1871 Altkatholikenkomitee in München;
1871 und 1872 Teilnahme an den altkatholischen Kongressen in München und Köln;
1874 und 1875 Unionskonferenz altkatholischer, anglikanischer, ostkirchlicher und (Vorsitzender).lutherischer Theologen in Bonn

Kein MdR
Mitglied eines Landtags
Zeit Parlament Funktion
1845-47 Kammer der Abgeordneten der Ständeversammlung des Kgr. Bayern
1849-51 Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtags
1868-90 Kammer der Reichsräte des Bayerischen Landtags

Lebenslauf

Döllinger, Johann Joseph Ignaz, seit 1868 von (bayerischer Personaladel); Geburtsjahr: 1799; Geburtsort: Bamberg (Oberfranken); Sterbejahr: 1890; Sterbeort: München (Oberbayern); Vaterberuf: Medizinprofessor; Ehestand: -; Religion: kath. (1871 exkommuniziert)

Ausbildung
1816-20 Studium Philosophie, Philologie, Geschichte, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaft und Katholische Theologie in Würzburg; 1820-22 Studium Katholische Theologie am Priesterseminar in Bamberg; 1822 Priesterweihe in Würzburg; 1826 Dr. theol. Landshut; 1871 Dr. iur. h.c. Oxford und Marburg; 1871 Dr. h.c. Wien und Edinburgh.

Beruflicher Werdegang:
1822-23 Kaplan in Marktscheinfeld; 1823-26 Professor des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte am Lyzeum in Aschaffenburg; 1826-27 a.o. Professor, 1827-47 o. Professor des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte (seit 1838 auch der Religionsphilosophie), später auch Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek in München (1847 Quieszierung; 1850 Wiedereinsetzung); 1845 auch Rektor der Universität München; 1836 Reise nach England, 1839 Reise durch die Niederlande, Belgien und Frankreich; 1839-47 auch Kanonikus, 1847-90 infulierter Propst am Hofkollegiatstift St. Cajetan in München; 1850-90 o. Professor des Kirchenrechts und der Kirchengeschichte in München (1871 Einstellung der theologischen, 1872 Einstellung sämtlicher Vorlesungen); 1871-72 auch Rektor der Universität München; 1851 Reise nach England und Frankreich, 1857 Reise nach Rom; 1873-90 Generalkonservator (Leiter der wissenschaftlichen Sammlungen des bayerischen Staats) in München; seit den 1820er Jahren auch Mitarbeiter verschiedener Zeitungen und Zeitschriften, u. a. der "Augsburger Allgemeinen Zeitung", 1828-32 Mitarbeiter der "Eos. Münchener Blätter für Poesie, Literatur und Kunst", seit 1838 Mitgründer und Mitarbeiter der "Historisch-Politischen Blätter für das katholische Deutschland" (München) sowie 1842-43 Mitarbeiter des "Archivs für theologische Literatur" (München); Verfasser zahlreicher theologischer und kirchenhistorischer Schriften (u. a. "Über die gemischten Ehen", Regensburg 1831; "Kirche und Kirchen, Papstum und Kirchenstaat", München 1861).

Politische Entwicklung:
Seit den 1820er Jahren Görreskreis in München; seit 1832 Defensor matrimonii beim kirchlichen Ehegericht (bis Anfang der 1860er Jahre); 1837-90 Bayerische Akademie der Wissenschaften in München (außerordentliches, seit 1843 ordentliches Mitglied; 1873-90 Präsident; seit 1860 Sekretär der Historischen Klasse; seit 1863 ordentliches Mitglied der Historischen Kommission); vor 1848 Bonifaziusverein (Mitgründer); vor 1848 Mitgründer mehrerer katholischer Vereine; 1847 Quieszierung vom Lehramt wegen seiner offenen Gegnerschaft zum bayerischen König in der Lola-Montez-Affäre; Juni- Dez. 1848 Katholischer Club in Frankfurt am Main; Okt. 1848 Generalversammlung des Katholischen Vereins Deutschlands in Mainz; seit Okt. 1848 Katholischer Verein Deutschlands; Okt.-Nov. 1848 Katholische Bischofskonferenz in Würzburg; Okt. 1849 Generalversammlung des Katholischen Vereins Deutschlands in Regensburg; 1850 Katholikentag in Linz; 1850 Katholische Bischofskonferenz in Freising; 1863 Katholische Gelehrtenversammlung in München (Organisator); seit 1870 Akademie der Wissenschaften in Wien (Ehrenmitglied der Historischen Klasse); 1871 Exkommunikation aus der katholischen Kirche wegen der Nichtanerkennung des auf dem 1. Vatikanischen Konzil verkündeten Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit; 1871 Pfingsttreffen der gegen die Beschlüsse des 1. Vatikanischen Konzils opponierenden katholischen Theologen; seit 1871 Altkatholikenkomitee in München; 1871 und 1872 Teilnahme an den altkatholischen Kongressen in München und Köln; 1874 und 1875 Unionskonferenz altkatholischer, anglikanischer, ostkirchlicher und lutherischer Theologen in Bonn (Vorsitzender).

MdFN
18. Mai 1848-17. Mai 1849, 4. Niederbayern (Landau a.d. Isar), -> Cafe Milani; gegen die Wahl Friedrich Wilhelms IV. zum Kaiser der Deutschen.

MdL
1845-47 Kammer der Abgeordneten der Ständeversammlung des Kgr. Bayern; 1849-51 Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtags; 1868-90 Kammer der Reichsräte des Bayerischen Landtags.

Publikationen:
Verfasser zahlreicher theologischer und kirchenhistorischer Schriften (u. a. "Über die gemischten Ehen", Regensburg 1831; "Kirche und Kirchen, Papstum und Kirchenstaat", München 1861).

Quellen:
BAF III C 19; ADB, Bosl, Deuerlein, DBI, Kosch, Lebensläufe aus Franken, Mollat, NDB, Rößler-Franz; Zeitgeschichte in Lebensbildern. Archivalien: Altkath. BiA Bonn. (1- 2), 8. II. 90 Petzet: 1820/21 Reise Kaukasus, Brasilien -> keine Bestätg. *



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