FNV

Personendaten

Zur Person
Name: Dr. phil. h.c. Friedrich Ludwig Jahn
Geboren: 11.8.1778
in: Lanz b. Lenzen (Provinz Brandenburg)
Gestorben: 15.10.1852
in: Freyburg a.d. Unstrut (Provinz Sachsen)
Religion: ev.
Geburt: legitim
Familienstand:
Militärdienst:
Name des Vaters:
Vaterberuf:

Ausbildung

Ausbildungsgang
Lfd. Nr. Zeit Ausbildung Ort
1 1796-1803 Studium Evangelische Theologie, Deutsche Philologie und Geschichte Halle
2 1796-1803 Studium Evangelische Theologie, Deutsche Philologie und Geschichte Jena
3 1796-1803 Studium Evangelische Theologie, Deutsche Philologie und Geschichte Greifswald
4 1817 Dr. phil. h.c. Jena
5 1817 Dr. phil. h.c. Kiel

Frankfurter Nationalversammlung 1848 / 49

Mitglied der FRANKFURTER NATIONALVERSAMMLUNG
Zeitraum: 18. Mai 1848-30. Mai 1849
Wahlkreis: 15. Provinz Sachsen (Merseburg)
Vorparlament
wählte Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser der Deutschen;

Fraktionen
lfd. Nr. Fraktion Funktion Vorgänger Nachfolger
1 Casino
Keine Angaben zu Mitarbeit in Ausschüssen

Werdegang und politische Karriere

Berufliche Etappen
1796 Lehrer am Waisenhaus in Halle;
1796-1803 Student in Halle, Jena und Greifswald;
1803-04 Privatlehrer im Hause des Baron Lefort in Neubrandenburg;
1804 Hauslehrer bei einem Glasmacher in Torgelow b. Waren (Mecklenburg-Schwerin);
1805-06 Privatgelehrter in Göttingen;
1806-09 zahlreiche Reisen durch Deutschland sowie längere Aufenthalte in Lanz und bei verschiedenen Gönnern in Norddeutschland;
1809-10 Privatlehrer in Berlin;
1810-11 Hilfslehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin;
1810-13 Unterlehrer und Erzieher an der Plamannschen Erziehungsanstalt in Berlin;
seit 1811 Begründer und Leiter des ersten deutschen Turnplatzes auf der Hasenheide b. Berlin;
1813 freiwilliger Teilnehmer an den Befreiungskriegen (Mitgründer des Lützowschen Freikorps; Volontäroffizier und Bataillonsführer);
1814 Mitglied der Generalkommission für die deutschen Bewaffnungsangelegenheiten in Frankfurt am Main (1814 Verabschiedung mit Gewährung eines staatlichen Ehrensolds);
1814-19 Turnlehrer und Publizist in Berlin (1817 und 1818 öffentliche Vorträge über deutsches Volkstum in Berlin; seit 1817 staatlich anerkannter Vorsteher der berlinischen Turnanstalt; 1819 Amtsenthebung);
1819-20 Untersuchungshaft in Berlin, Spandau und Küstrin, 1820-25 Festungshaft in Kolberg;
1825-52 freier Schriftsteller, zunächst in Freyburg a.d. Unstrut, 1829-36 in Kölleda, seit 1836 wieder in Freyburg a.d. Unstrut;
Verfasser zahlreicher Schriften zur deutschen Philologie, Geschichte und Politik sowie zum Turnwesen (u. a. "Deutsches Volksthum", Lübeck 1810).
Politische Entwicklung
1798 freimaurerischer Studentorden der Unitisten in Halle;
1810-13 Studentenvereinigung "Deutscher Bund" in Berlin (Mitgründer);
1815 Kurier Hardenbergs auf dem Wiener Kongreß und in Paris;
seit 1815 Berlinische Gesellschaft für Deutsche Sprache (Mitgründer und stellvertretender Vorsitzender);
1819 Amtssuspendierung und Anklage wegen demagogischer Umtriebe und des Verdachts der Mitgliedschaft in geheimen, hochverräterischen Verbindungen;
1819-20 Untersuchungshaft in der Berliner Hausvogtei und auf der Festung Spandau, später auf der Festung Küstrin;
1820 Freilassung, aber behördliche Anweisung seines Aufenthaltsorts auf der Festung Kolberg (unter polizeilicher Aufsicht);
1823 Verurteilung zu zwei Jahren Festungshaft durch das Oberlandesgericht in Breslau wegen unehrerbietiger und frecher Äußerungen über die bestehende Verfassung und Einrichtungen des Staats;
1825 Freispruch durch das Oberlandesgericht in Frankfurt a.d. Oder;
daraufhin Freilassung sowie Zahlung einer jährlichen Pension von 1000 Talern;
aufgrund einer königlichen Verordnung aber weiterhin unter Polizeiaufsicht und Aufenthaltsverbot in einer Universitäts- oder Gymnasialstadt (1840 Aufhebung der Polizeiaufsicht und der Beschränkung der Wohnortswahl);
1828 ministerielle Aufforderung zum Wohnortswechsel wegen seiner Kontakte zu Merseburger Gymnasiasten;
1829 Verurteilung zu zwei Monaten Gefängnishaft wegen schwerer Beleidigung der sächsischen Provinzregierung (durch eine an den sächsischen Provinziallandtag gerichtete Beschwerdeschrift über seine Zwangsumsiedlung nach Kölleda), später Strafmilderung auf sechs Wochen Gefängnishaft, 1831 sechs Wochen Gefängnishaft in Erfurt;
seit Gustav-Adolph-Verein;
Apr.1848 1. Hanauer Turntag (Alterspräsident);
Juli 1848 2. Hanauer Turntag;
Juni 1849 Gothaer Versammlung.

Kein MdR
Kein MdL

Lebenslauf

Jahn, Friedrich Ludwig; Geburtsjahr: 1778; Geburtsort: Lanz b. Lenzen (Provinz Brandenburg); Sterbejahr: 1852; Sterbeort: Freyburg a.d. Unstrut (Provinz Sachsen); Vaterberuf: Pfarrer; Ehestand: verh. (1. 1814; 2. 1825); Religion: ev.

Ausbildung
1796-1803 Studium Evangelische Theologie, Deutsche Philologie und Geschichte in Halle, Jena und Greifswald; 1817 Dr. phil. h.c. Jena; 1817 Dr. phil. h.c. Kiel.

Beruflicher Werdegang:
1796 Lehrer am Waisenhaus in Halle; 1796-1803 Student in Halle, Jena und Greifswald; 1803-04 Privatlehrer im Hause des Baron Lefort in Neubrandenburg; 1804 Hauslehrer bei einem Glasmacher in Torgelow b. Waren (Mecklenburg-Schwerin); 1805-06 Privatgelehrter in Göttingen; 1806-09 zahlreiche Reisen durch Deutschland sowie längere Aufenthalte in Lanz und bei verschiedenen Gönnern in Norddeutschland; 1809-10 Privatlehrer in Berlin; 1810-11 Hilfslehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin; 1810-13 Unterlehrer und Erzieher an der Plamannschen Erziehungsanstalt in Berlin; seit 1811 Begründer und Leiter des ersten deutschen Turnplatzes auf der Hasenheide b. Berlin; 1813 freiwilliger Teilnehmer an den Befreiungskriegen (Mitgründer des Lützowschen Freikorps; Volontäroffizier und Bataillonsführer); 1814 Mitglied der Generalkommission für die deutschen Bewaffnungsangelegenheiten in Frankfurt am Main (1814 Verabschiedung mit Gewährung eines staatlichen Ehrensolds); 1814-19 Turnlehrer und Publizist in Berlin (1817 und 1818 öffentliche Vorträge über deutsches Volkstum in Berlin; seit 1817 staatlich anerkannter Vorsteher der berlinischen Turnanstalt; 1819 Amtsenthebung); 1819-20 Untersuchungshaft in Berlin, Spandau und Küstrin, 1820-25 Festungshaft in Kolberg; 1825-52 freier Schriftsteller, zunächst in Freyburg a.d. Unstrut, 1829-36 in Kölleda, seit 1836 wieder in Freyburg a.d. Unstrut; Verfasser zahlreicher Schriften zur deutschen Philologie, Geschichte und Politik sowie zum Turnwesen (u. a. "Deutsches Volksthum", Lübeck 1810).

Politische Entwicklung:
1798 freimaurerischer Studentorden der Unitisten in Halle; 1810-13 Studentenvereinigung "Deutscher Bund" in Berlin (Mitgründer); 1815 Kurier Hardenbergs auf dem Wiener Kongreß und in Paris; seit 1815 Berlinische Gesellschaft für Deutsche Sprache (Mitgründer und stellvertretender Vorsitzender); 1819 Amtssuspendierung und Anklage wegen demagogischer Umtriebe und des Verdachts der Mitgliedschaft in geheimen, hochverräterischen Verbindungen, 1819-20 Untersuchungshaft in der Berliner Hausvogtei und auf der Festung Spandau, später auf der Festung Küstrin, 1820 Freilassung, aber behördliche Anweisung seines Aufenthaltsorts auf der Festung Kolberg (unter polizeilicher Aufsicht), 1823 Verurteilung zu zwei Jahren Festungshaft durch das Oberlandesgericht in Breslau wegen unehrerbietiger und frecher Äußerungen über die bestehende Verfassung und Einrichtungen des Staats, 1825 Freispruch durch das Oberlandesgericht in Frankfurt a.d. Oder, daraufhin Freilassung sowie Zahlung einer jährlichen Pension von 1000 Talern, aufgrund einer königlichen Verordnung aber weiterhin unter Polizeiaufsicht und Aufenthaltsverbot in einer Universitätsoder Gymnasialstadt (1840 Aufhebung der Polizeiaufsicht und der Beschränkung der Wohnortswahl); 1828 ministerielle Aufforderung zum Wohnortswechsel wegen seiner Kontakte zu Merseburger Gymnasiasten; 1829 Verurteilung zu zwei Monaten Gefängnishaft wegen schwerer Beleidigung der sächsischen Provinzregierung (durch eine an den sächsischen Provinziallandtag gerichtete Beschwerdeschrift über seine Zwangsumsiedlung nach Kölleda), später Strafmilderung auf sechs Wochen Gefängnishaft, 1831 sechs Wochen Gefängnishaft in Erfurt; seit <1842> Gustav-Adolph-Verein; Apr.1848 1. Hanauer Turntag (Alterspräsident); Juli 1848 2. Hanauer Turntag; Juni 1849 Gothaer Versammlung.

MdFN
Vorparlament, 18. Mai 1848-30. Mai 1849, 15. Provinz Sachsen (Merseburg), -> Casino; wählte Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser der Deutschen.

Publikationen:
Verfasser zahlreicher Schriften zur deutschen Philologie, Geschichte und Politik sowie zum Turnwesen (u. a. "Deutsches Volksthum", Lübeck 1810).

Quellen:
BAF III C 14; ADB, Biographische Umrisse, BLDG, DBI, Klötzer, Kosch, Mollat, Mitteldeutsche Lebensbilder, Niebour, Rößler-Franz.



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